Schlaf-wach

Zum Schlag der Nachtuhr schwingt mein Blut das Pendel.
Ich liege ausgereckt.
Und warte atmend. Stunden rauschen auf.
Und jede Stunde hält ein kreisendes Licht.
Ein tiefbedeckter Gang zeigt in die Ferne,
vom Stundenlicht bedämmert.

Mein Auge starrt beglänzt.

Nachthelle Stunden!
Ihr könntet schaukelnde Schmetterlinge sein,
maibunt bemustert und Pfauenaug-gefiedert.

Ihr könntet summen, getragen auf Akkorden,
Dom-hallend, weit durch Türen, Läden und Stille,
herschwingende, versponnene Musik.

Die Nacht ist bunt und glücklich.
Vor meinen Augen baut sie ein taumelndes Kugelspiel aus Glaskugeln.

Mit weichen Glöckchen macht sie ein Ohrengeklingel.

Dann zupft sie hoch von wasserrauschenden Bäumen
– das wogt und fächert –
viel erdbeergroße rote Beeren herab.
Sie spielt damit umher und schnellt sie und fängt sie
und singt verweht einen Kinderreim.
Und nimmt sie zusammen und reiht sie und schwingt sie
im Kreis bunt rund
und wirft sie um meinen Mund.

Rotglühend brennt ein lutschend-süßer Kuß!
Die Nacht ist bunt und zeitlos glücklich.