Vor zwei Jahren geschrieben am Ostermontag

Bäume, die ihr mich bergt, mir spiegelt in der Seele sich euer dämmernd Grün, und von euern Wipfeln seh ich sehnend in die Weite.

Dorthin fließt der Strom und hebt nicht zum Ufer die Wellen, und es jagt nicht mit den Wolken seine fröhlichen Schiffe der Wind.

Der hellere Tag flieht und mein Gedanke lauscht, ob Antwort vielleicht ein sausender Bote von dir ihm bringe, Natur!

O du! – du, der ich rufe, warum antwortest du nicht? – Immer gleich Herrliche! Allebendige!

Schauder über Schauder flößt mir, Herr! Herr! deine Natur ein.

Da senkt sich der Wagen des Donnerers, die Berge hallen, es braust und duftet und weht! – Wohin ihr Nebel? – Ihr Rauchsäulen? – Wohin wandelt ihr alle? – Warum bin ich! – Warum mich an deinen Busen Natur, wenn nicht erquickend mir’s quillt aus deinen Tiefen, wie aus den Bergen quellen die rauschenden Wasser.

Ich hör dich Donnerer, langsam ziehn am windstillen Tag übers Gebirg, in meiner Seele Saiten tönt’s nach, sie bebt, die Seele, und kann nicht seufzen.

Lust und Hoffnung, ihr habt oft mich gewiegt wie die rauschenden Wipfel, ihr schienet endlos mir einst wie jetzt mein düsterer Tag.

Da brechen die Wolken und strömen unter dir, Befreier! – Und rings trinkt die Erde – und deine Donner – wohin? – Und ihr atmet wieder, Wiegengesang flüstert, wogt in eurem Laub, das mich umfängt.

Und ich will gern wieder leben mit euch allen, ihr Bäume, die ihr trinkt, segnende Ströme vom Himmel, und fröhlich wieder säuselt im Wind.