Ein Armer singt:

Die waren feine Zeiten, als ich noch In seidnen Socken ging und Unterhosen hatte, Manchmal zehn Mark erübrigte, um mir Ein Weib zu mieten, tags mich langweilte Und Nacht für Nacht in Kaffeehäusern saß. Oftmals war ich so satt, daß ich Nicht wußte, was ich mir bestellen sollte.

Die Dämmerung

Ein dicker Junge spielt mit einem Teich. Der Wind hat sich in einem Baum gefangen. Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich, Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.

Carrière

Zwei Vögel hopsen an des Baches Rand. Wer fliegen kann, braucht laufen nicht zu lernen. Ein Mann sehnt sich nach einem Auto, Er will ein wenig zu den Himmelsternen.

Capriccio

So will ich sterben: Dunkel ist es. Und es hat geregnet. Doch du spürst nicht mehr den Druck der Wolken, Die da hinten noch den Himmel hüllen In sanften Sammet.

Bin gerad’ nicht blöd

Bin gerad’ nicht blöd, bin gerad’ nicht hell Ich bin ein lustiger Gesell Und trinke Wasser, trinke Wein Und lasse fünfe gerade sein. Erst stopf ich mir mein Pfeifchen Dann pfeif ich mir ein Lied Vormittag’s hab’ ich Hunger Nachmittags Appetit.

Bleicher Schattenschleicher

Umschwirrt von tausend trunknen Schmetterlingen, Die mit wunden Flügelpaaren Kleine leise Lieder singen Glühen in den stummen Straßen Weiße Ampeln müd und kalt Sprühen nackte blasse Flammen Wie die dürren Totenträume In das dunkle Liebesflüstern Laubverhangner Straßenbäume Spielen schmale wirre Lichter Dann und wann um die Gesichter Bleicher Tagesscheuer Schattenschleicher.