An eine junge Autographensammlerin

(1884) Vorbei ist mir die Maienzeit, Das Haar beginnt zu ergrauen, Ihr gönnt mir nimmer Lust noch Leid, Ihr holden Mädchen und Frauen, Nun thut schon meinem Herzen wohl, Wenn eine schmeichelnd es stammelt, Daß ich paar Zeilen schreiben soll, Da Autographe sie sammelt.

Prolog

Do schreiben s’ Neuzeit von dö Nordpolfahrer, Mit großen Buchstab’n hob’ is selber g’sehn für g’wiß – A – ‘s Les’nkinna is a Seg’n, a wahrer – Bin zum Schulmaster glei, hab g’fragt: was denn dös is?

Der Weise

Ein Narr, der ward der Frag’ nie wett, Woher er denn das Leben hätt’? Und was das Leben sei, des dacht’ Er manche kummervolle Nacht. Da ging er einstens über Land, Ein Tier war’s erste, das ihm stand, Er fragt das Tier: »Was ist denn Leben?«

Regentage

(Juni 1879) Das war an einem Regentag, Ein Gießen, ein Stürmen, ein Schauern, Das Wetter hielt mich festgebannt In kalten, unwirtlichen Mauern.

Reicher Zins

(Januar 1887) Das Zügenglöckchen tönt durchs Tal, Herr Kurt liegt in des Sterbens Qual; Er ringt die magern Hände Und stöhnet in der letzten Not: »Nimmt denn, du lieber Herre Gott, Das Ding nicht bald ein Ende?!«