An S.

Wie war dein Leben So voller Glanz. Wie war dein Morgen So kindlich Lächlen, Wie haben sich alle Um dich geliebt, Wie kam dein Abend So betend zu dir, Und alle beteten An deinem Abend.

Tief unter mir ist alle Welt geschwunden…

Tief unter mir ist alle Welt geschwunden Seit ich an eines schönen Geistes Hand, Die Binde von den Augen losgebunden, Auf meines Daseins höchster Zinne stand, Ist alle Lust oft rund um mich gewunden Weil sich die Liebe schaffend um mich wand, Auch wird wohl einst mein krankes Herz gesunden Hab ich die Aussicht wieder …

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Es senke sich ein leiser Traum hernieder…

Es senke sich ein leiser Traum hernieder Der ihr der eignen Schönheit Gürtel löst Und sanften Blicks mit schmeichelndem Gefieder Des eignen Herzens Fülle ihr entblößt. Im leichten Spiel küss’ sie der eignen Lieder Gestalten, und der leise Kuß erlöst Die Blume von der Träne die sie drücket Daß sie zum Grabe müd sich bücket.

Der Gottheit hoher Tempel ist zerstöret…

Der Gottheit hoher Tempel ist zerstöret Es ründen an der heilgen Kuppel sich die Töne Nicht mehr in schöne Worte des Gebetes, Und teilen sich im Takte an den Säulen Die in der Krone leichte Melodien In lieblicher Verirrung schöner Locken Auf ihre ernsten hohen Stirnen wallen. Zertrümmert ist das herrliche Gebäude Und mit dem …

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Szene aus meinen Kinderjahren

Oft war mir schon als Knaben alles Leben Ein trübes träges Einerlei. Die Bilder, Die auf dem Saal und in den Stuben hingen, Kannt ich genau; ja selbst der Büchersaal, Mit Sandrat, Merian, den Bilderbüchern, Die ich kaum heben konnte, war verachtet, Ich hatte sie zum Ekel ausbetrachtet.