Die Elemente

Am schwarzen Berg da steht der Riese, Steht hoch der Mond darueber her; Die weissen Nebel auf der Wiese Sind Wassergeister aus dem Meer: Ihrem Gebieter nachgezogen Vergiften sie die reine Nacht, Aus deren hoch geschwungnem Bogen Das volle Heer der Sterne lacht.

Auf ein Ei geschrieben

Ostern ist zwar schon vorbei, Also dies kein Osterei; Doch wer sagt, es sei kein Segen, Wenn im Mai die Hasen legen? Aus der Pfanne, aus dem Schmalz Schmeckt ein Eilein jedenfalls, Und kurzum, mich tät’s gaudieren, Dir dies Ei zu präsentieren, Und zugleich tät es mich kitzeln, Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.

Der junge Dichter

Wenn der Schönheit sonst, der Anmut Immer flüchtige Erscheinung, Wie ein heller Glanz der Sonne, Mir zu staunendem Entzücken Wieder vor die Sinne trat; Wenn Natur mir oft und alles Erdenlebens liebe Fülle Fast zu schwer am Busen wurde, Daß nur kaum ein trunknes Jauchzen Noch der Ausdruck lautern Dankes Für solch süßes Dasein war: …

mehr

Denk es, o Seele!

Ein Taennlein gruenet wo, Wer weiss, im Walde, Ein Rosenstrauch, wer sagt, In welchem Garten? Sie sind erlesen schon, Denk es, o Seele, Auf deinem Grab zu wurzeln Und zu wachsen.

An Clara

[Cleversulzbach 1837. Als sie ein wenig kurz angebunden gegen mich war] Da dein Bruder Das Ruder Des Hauswesens fuehrt Und kein Narr ist, Sondern Pfarr’ ist, Der ganz Sulzbach regiert, Der zwar, genoetigt, Auf Predigt Und manches verzicht’t, Auch im Kranze Keine Lanze Fuer Steudel mehr bricht;

An Clärchen

Die Freundin immer neu zu schmücken, Ich seh es wohl, ist deine Lust; Darfst du ins Haar den Kranz ihr drücken, Des eignen bist du kaum bewußt.

Charis und Penia

A: Seht doch den Schläfer dort ins Gras gestreckt! Es ist des Gauklers Sohn, der schöne Knabe, Den gestern wir so lieblich tanzen sahn. Für jetzt das seidne Jäckchen abgeworfen, Den Schatten suchend vor der Mittagssonne, Warf er sich in des Wirtes Garten, faul, Hier unter den Syringenbusch.

Brockes

Führe mich, Alter, nur immer in deinen geschnörkelten Frühlings- Garten! noch duftet und taut frisch und gewürzig sein Flor.

Meines Vetters Brautfahrt

Freut er sich denn auch ein wenig, die künftige Braut zu begrüßen? Aber wo bleibt er so lang? Sagt ihm, die Kutsche sei da! – Droben im Bett noch liegt er, verdrießlich, und lieset in Schellers Lexikon! Als ich ihn schalt, rief er halb grimmig: »Nun ja, Gebt mir andere Strümpf! die haben Löcher – …

mehr