Das Bildnis der Geliebten

Maler, du zweifelst mit Recht, indem du den seltenen Umriß Meiner Geliebten bedenkst, wie du beginnest dein Werk. Ob von vorn das Gesichtchen, ob du’s von der Seite mir zeigest? Viel hat beides für sich und mich beklemmet die Wahl. »Nun, dreiviertel?« Ich möchte das reine Profil nicht entbehren, Wo sie, so eigen, so neu, …

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Leichte Beute

Hat der Dichter im Geist ein köstliches Liedchen empfangen, Ruht und rastet er nicht, bis es vollendet ihn grüßt. Neulich so sah ich, o Schönste, dich erstmals flüchtig am Fenster, Und ich brannte: nun liegst heute du schon mir im Arm!

Erbauliche Betrachtung

Als wie im Forst ein Jaeger, der, am heissen Tag Im Eichenschatten ruhend, mit zufriednem Blick Auf seine Hunde niederschaut, das treue Paar, Das, Hals um Hals geschlungen, bruederlich den Schlaf, Und schlafend noch des Jagens Lust und Muehe teilt: So schau ich hier an des Gehoelzes Schattenrand Bei kurzer Rast auf meiner eignen Fuesse …

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Auf die Prosa eines Beamten

A: Welch ein Gedankendrang in den Perioden! ein wahrer Stilus infarctus, von dem Quintilian nichts gewußt! B: Ganz wurstartig, auf Ehre! Die Schrift ist ein einzig farcimen, Und der Zipfel, er guckt hinten und vorne heraus.

Auf den Arrius

Ordnunk sagte mein trefflicher Arrius, wenn sich’s um Ordnung Handelte; Hefeu, wo Efeu ein anderer sagt. Und er glaubte dir schön ganz über die Maßen zu reden, Wenn er sein Hefeu so recht grundaus der Lunge geholt. Sicherlich hatten Mama, Oheim, Großmutter und -vater