In der Zelle

Scheu glitt ein Tag vorbei – wie gestern heut. Ein leerer rascher Tropfen sank ins Jahr. Und wenn sich aus der Nacht geballtem Nichts der letzte Schatten in den Morgen streut – du freust dich kaum am kalten Kuß des Lichts. Und morgen wird es sein, wie’s heut und gestern war.

Der Gefangene

Ich hab’s mein Lebtag nicht gelernt, mich fremdem Zwang zu fügen. Jetzt haben sie mich einkasernt, von Heim und Weib und Werk entfernt. Doch ob sie mich erschlügen: Sich fügen heißt lügen!

Der Anarchisterich

War einst ein Anarchisterich, der hatt den Attentatterich Er schmiß mit Bomben um sich rum; es knallte nur so: bum bum bum. Einst kam der Anarchisterich an einen Schloßhof fürstelich, und unterm Rock verborgen fein trug er ein Bombombombelein.

Als ich dich fragte

Als ich dich fragte: Darf ich Sie beschützen? Da sagtest du: Mein Herr, Sie sind trivial. Als ich dich fragte: Kann ich ihnen nützen? Da sagtest du: Vielleicht ein andres Mal. Als ich dich bat: Ein Kuß, mein Kind, zum Lohne! Da sagtest du: Mein Gott, was ist ein Kuß? Als ich befahl: Komm mit …

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Bürgers Alpdruck

Was sinnst du, Bürger, bleich und welk? Hält dich ein Spuk zum Narren? Nachtschlafend hörst du im Gebälk den Totenkäfer scharren. Er wühlt und bohrt, gräbt und rumort, und seine Beine tasten um Säcke und um Kasten.