Wir fanden Glanz

Wir fanden Glanz, fanden ein Meer, Werkstatt und uns. Zur Nacht, eine Sichel sang vor unserm Fenster. Auf unsern Stimmen fuhren wir hinauf, Wir reisten Hand in Hand.

Verwunderte Strophen

Mädchen! Bist du ein Wunder! Daß du aufleuchtend dastehst! Und lebst! Und Fleisch bist! Wunder du und Hirngeborenes, das da war, als ich außer mir selbst geriet in quälender Nacht, da ein anderer seinen Arm dir um die Hüften legte!

Schlaf-wach

Zum Schlag der Nachtuhr schwingt mein Blut das Pendel. Ich liege ausgereckt. Und warte atmend. Stunden rauschen auf. Und jede Stunde hält ein kreisendes Licht. Ein tiefbedeckter Gang zeigt in die Ferne, vom Stundenlicht bedämmert.

März-Nachmittag

Bleiweiß die Fläche, Wolken-überflaggt, darein zwei Segel schwarze Furchen graben. Zwei Uferbäume ragen hochgezackt, die frühes Traumgrün auf den Zweigen haben.

Musik

Im Wasgenwald tönte der Abendwind. Ich ging in Straßburgs Sommerstraßen. Vom Wasgenwald wehte Musik über Dächern, daß alle die Giebel und blanken Zinken erglühend zitterten.

Meiner Frau

In deinem Zimmer fand ich meine Stätte. In deinem Zimmer weiß ich, wer ich bin. Ich liege tagelang in deinem Bette Und schmiege meinen Körper an dich hin.

Erinnerung

Ihr steht so da: Ich lebte schon einmal und war ein andrer. Harte Farben flossen um meine Brust und spannten herrisch prall. Euch grüßte ich als meines Herrentums Genossen.

Elbstrand

Der Strand glänzt prall besonnt und badehell. Es wimmelt um die Zelte wie von Maden. Die aufgesteckte Wäsche blendet grell. Und Mondschein kommt von Leibern, welche baden.

Einer Frau

Dein Auge ist grün und kalt wie ein Alpensee, gespeist vom reinen Ewigen-Schnee. Drin ruht im dunkeln Felsengrund verwunschen ein Schatz, von Gold und Rubinen schwer. Davon hat Kunde nur ein Dichtermund. – Sonst weiß es keiner mehr.