Widmung

Du meine Seele, du mein Herz, du meine Wonn’, o du mein Schmerz, Du meine Welt, in der ich lebe, Mein Himmel du, darein ich schwebe, o du mein Grab, in das hinab Ich ewig meinen Kummer gab.

Was sagt’ der Herbst der Ros’ ins Ohr

Was sagt’ der Herbst der Ros’ ins Ohr, daß sie die Munterkeit verlor? Er mahnt’ sie an die Nichtigkeit der Treue, die der Lenz ihr schwor. Sie reißt entzwei den Schleier, den sie nahm, als er zur Braut sie kor; Und wie sie bleich vom Throne sinkt, erseufzt der Nachtigallen Chor.

Siebenschläfer

Ein Hündlein, das einst Wache that bei Schäfern, Ging in die Höhl’ ein mit den Siebenschläfern. Und als sie drinnen Zeit und Welt verschlafen, Verschlief es auch den niedern Dienst bei Schafen. Und als im Himmel ihnen ward die Krone, Ward es zu einem Leu’n an Gottes Throne.

Erscheinung der Schnitterengel

Die Mägdelein Im Mondenschein, Die Schnitterinnen tanzen, Die Kleider sind Im Abendwind Geworfen auf die Pflanzen; Sie tanzen wie sie Gott erschaffen, Es wird sich niemand hier vergaffen; Und wenn der Mond sich will verschanzen, Mag er ein Wölkchen raffen.