An eine Jungfraw

VMb alles Gut vnd Geldt in diesem gantzen Lande Erzehl’ ich weder euch noch andern was zu Schande Vnd weiß gewißlich auch / daß niemand sprechen kan / Ich hab auß Feindschafft jhm was Leides angethan.

Sonnet XXXIX

EIn jeder spricht zu mir / dein Lieb ist nicht dergleichen Wie du sie zwar beschreibst: ich weiß es warlich nicht / Ich bin fast nicht mehr klug; der scharffen Sinnen Liecht Vermag gar kaum was weiß vnd schwartz ist zu erreichen.

Sonnet XXXVIII

DV güldne Freyheit du / mein wündschen vnd begehren / Wie wol doch were mir / im fall ich jederzeit Mein selber möchte seyn / vnd were gantz befreyt Der Liebe die noch nie sich wollen von mir kehren /

Sonnet XXXVII

Ich gleiche nicht mit dir deß weissen Mondens Liecht: Der Monde fellt vnd steigt; du bleibst in einem Scheine: Ja nicht die Sonne selbst: die Sonn’ ist gantz gemeine / Gemein’ auch ist jhr Glantz; du bist gemeine nicht.

Sonnet XXXVI

In mitten Weh vnd Angst / in solchen schweren zügen / Dergleichen nie gehört / in einer solchen Zeit Da Trew vnd Glauben stirbt / da Zwietracht Grimm vnd Neidt Voll blutiger Begier gehäufft zu Felde liegen /

Sonnet XXXV

Ich wil diß halbe mich / was wir den Cörper nennen / Diß mein geringstes Theil / verzehren durch die Glut / Wil wie Alcmenen Sohn mit vnverwandtem Muth’ Hier diese meine Last / den schnöden Leib / verbrennen /

Sonnet XXXIV

JHr / Himmel / lufft vnd wind / jhr hügel voll von schatten / Jhr Hainen / jhr Gepüsch’ / vnnd du / du edler Wein / Jhr frischen Brunnen jhr so reich am Wasser seyn / Jhr Wüsten die jhr stets müßt an der Sonnen braten /