Sonnet XXXII

AV weh! ich bin in tausend tausend Schmertzen Vnd tausend noch! die Seufftzer sind vmbsunst Herauff geholt; kein Anschlag / List noch Kunst Verfengt bey jhr. wie wann im kühlen Mertzen

Sonnet XI

DV schöne Tyndaris / wer findet deines gleichen / Vnd wolt’ er hin vnnd her das gantze Land durchziehn? Dein’ Augen trutzen wohl den edelsten Rubin /

Ode XX

O wol dem der die rechte Zeit In allen dingen siehet / Vnd nicht nach dem was allbereit Hinweg ist sich bemühet / Der kennet was er lieben soll / Vnd was er soll verlassen; Er lebet frey vnd allzeit wohl / Vnd darff sich selbst nicht hassen.

Ode XVIII

Ich empfinde fast ein Grawen Daß ich / Plato / für vnd für Bin gesessen über dir; Es ist Zeit hinauß zu schawen / Vnd sich bey den frischen Quellen In dem grünen zu ergehn / Wo die schönen Blumen stehn Vnd die Fischer Netze stellen.

Ode XVII

Jhr schwartzen Augen / jhr / vnd du / auch schwartzes Haar / Der frischen Flavien / die vor mein Hertze war / Auff die ich pflag zu richten / Mehr als ein weiser soll / Mein Schreiben / Thun vnd Tichten / Gehabt euch jetzund wol.

Ode XIV

Asterie mag bleiben wer sie wil / Ich weiß nichts mehr von jhr / Vnd jhrer Huld; ein sehr viel höher Ziel Hab ich anjetzt vor mir: Ich will mich weiter schwingen Als durch den Erdenkreiß / Vnd nur alleine singen Der Tugend Ehr’ vnd Preiß.

Ode XIII

Allhier in dieser wüsten Heyd’ Ist gar kein Mensch nicht weit vnd breit / Die wilden Thier allein Die seh’ ich selbst Mitleyden tragen / Die Vögel trawrig seyn / Vnd mich mit schwacher Stimme klagen / Die kalten Brunnen stärckher fliessen / Viel Threnen gleichfals zu vergiessen.

Ode IV

Jetzund kömpt die Nacht herbey / Vieh vnd Menschen werden frey / Die gewüntschte Ruh geht an; Meine Sorge kömpt heran.