Dämmerstunde

Im Nebenzimmer saßen ich und du; Die Abendsonne fiel durch die Gardinen; Die fleißigen Hände fügten sich der Ruh, Vom roten Licht war deine Stirn beschienen.

Dämmerstunde

Im Sessel du, und ich zu deinen Füßen, Das Haupt dir zugewendet, saßen wir; Und sanfter fühlten wir die Stunden fließen, Und stiller ward es zwischen mir und dir; Bis unsre Augen ineinander sanken Und wir berauscht der Seele Atem tranken.

Constanze

1 Längst in das sichere Land der Vergangenheit warst du geschieden; Nun, wie so viele zuvor, dämmerte wieder ein Tag. Laut schon sangen die Schwalben; da neben mir krachte das Bettchen, Und aus dem rosigen Schlaf hob sich ein Köpfchen empor. »Ebbe!« so rief ich, «klein Ebbe!« – Da kniete sie schon in den Kissen; …

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In Bulemanns Haus

Es klippt auf den Gassen im Mondenschein; Das ist die zierliche Kleine, Die geht auf ihren Pantöffelein Behend und mutterseelenallein Durch die Gassen im Mondenscheine.

Brutus’ Gespenst

»Sprich, wes Larve erschien bei Sardes dem herrlichen Brutus, Als er mit trauerndem Sinn künftige Zeiten ermaß? War es sein eigen Gespenst, Vorbote des nahen Geschickes, Caesars Rächergestalt, schreckend zu nächtlicher Zeit?« »Keins von beiden, es war der schwindende Schatten der Freiheit, Die mit dem sterbenden Held Roma für immer erliegt.«

Einer Braut am Polterabend

Mit einem Album und dem Brautkranz Ich bringe dir ein leeres weißes Buch, Die Blätter drin noch ohne Bild und Spruch. Sie sollen einst, wenn sie beschrieben sind, Dir bringen ein Erinnern hold und lind;