Peter Paul Rubens

 

Die Gemälde des Peter Paul Rubens, im Juni 1577 in Siegen geboren, zeichnen sich durch ihre gleichnishafte und zutiefst beeindruckende Bildsprache aus. Oft bedient sich der größte flämische Barockmaler verschiedener mythologischer Symbole. Dabei hatte Rubens seine ganze Kunst und seine Kreativität in die Lebendigkeit der Darstellungen gelegt, um eine einmalige koloristische Wirkung zu erreichen.

Geprägt von faszinierender Farbglut, der Wirkung des Lichts und der großen Freude an den sinnlichen Aktdarstellungen erreichte Rubens den ausgeprägten Gegensatz zu den alten weltentrückten und frömmelnden Andachtsgemälden der damaligen Zeit. Damit erntete der Meister große Zustimmung aus den Reihen der damaligen katholischen Reformisten, allen voran die niederländischen Jesuiten. Folglich beauftragten sie Peter Paul Rubens im Jahr 1620 mit der Ausschmückung ihrer Hauptkirche in Antwerpen.
In der gesamten katholischen Welt blieb Rubens bis an sein Lebensende der bevorzugte Kirchenmaler.

Aktmalerei bei Rubens

Aber auch mythologischen Darstellungen widmete sich der Meiser kraftvoll und leidenschaftlich. In seinen Akten, der Darstellung der opulenten Nacktheit, gelten seine strahlend leuchtenden Fleischfarben als einzigartiges Faszinosum.
Peter Paul Rubens war der Erste, der sich nicht allein mit der Abbildung des nackten menschlichen Körpers zufriedengab. Wie in der griechischen Mythologie oder wie im alten Rom übte Rubens in seinen Motiven den sinnlichen, gelassenen und zugleich zielgerichteten Umgang mit der natürlichen Nacktheit.
Aktmalerei wurde bei Rubens durch die Malmethoden und die Farbkompositionen einzigartig. In seiner Zeit gab er seine künstlerischen, intuitiven und handwerklichen Fähigkeiten diesbezüglich an den künstlerischen Nachwuchs weiter. So kam es, dass Rubens als „Institution“ etwa 1 500 Gemälde hinterlassen konnte, auch weil viele von seinen Schülern ausgeführt und vom Meister selbst vollendet wurden.

 

 

So malte Rubens

Akte werden bei Rubens auf dynamisch grundierten Untergründen so faszinierend. Die Wirkung von Schatten und Licht ist bei Rubens eines der wichtigsten Elemente:
„Malt eure hohen Lichter weiß, stellt daneben Gelb, dann Rot und gebraucht dunkles Rot, wie solches in den Schatten übergeht. Dann füllt den Pinsel mit kaltem Grau, fahrt zart über das Ganze, bis dasselbe zu einem Tone abgedämpft und gesänftigt ist, den ihr wünscht. Da das Fleisch von sanfter Natur ist, finden wir perlige Reflexe auf der Oberfläche spielend und am meisten dort sichtbar werdend, wo die Farben am zartesten sind.“
Dieses Zitat wird dem Meister zugesprochen.
Genaues Lesen eröffnet dem Interessierten eine erweiterte Sicht auf Rubens’ Bilder, einen Aha-Effekt.

Zusätzlich ist eine Unterhaltung mit seinem Künstlerkollegen Anthonis van Dyck überliefert. Dabei fachsimpelten beide Künstler über die Notwendigkeit, Schatten transparent zu halten und sie dünn zu malen („Optisches Grau“). Licht jedoch bedarf der kraftvollen Attitüde.
Der pointierte Umgang mit dem Akt, dessen Einbindung in das Motiv, Farben, Licht und Schatten: Alles zusammen gibt den Gemälden des Peter Paul Rubens ihre exzellente und meisterliche Gelöstheit.